22.07.08

Frage: Wie kann man Theaterpädagogok als Gewalt-präventive oder integrative Maßnahme einsetzen?

Theaterspiel an sich beinhaltet viele Lernfelder, die gewaltpräventiv / integrativ einzustufen sind: Kommunikation, Ausdruck, Entscheidungsprozesse, Rollenfindung, Empathie, etc. und schließlich das Spielen selbst. Allgemein kann künstlerische Betätigung in einer Gruppe, egal ob bildend, musizierend oder darstellend als förderlich für den Erwerb der sog. Sozialen Kompetenzen und geeignetes Setting zur Integration betrachtet werden, weil es immer um individuellen übersprachlichen Ausdruck und Austausch geht.

Darüberhinaus können zahlreiche theaterpädagogische Übungen auf zu lernendes Verhalten aufmerksam machen und eigene Ansichten, Denk- & Handlungsweisen spiegeln. 
Hier ist die Grenze zur Sozialpädagogik fließend.

Wenn das Angebot eher einen Seminarcharakter haben soll, dann würde ich es nicht mehr theaterpädagogisch nennen, sondern als Arbeit mit Elementen der Theaterpädagogik; schließlich geht es nicht mehr primär um einen künstlerischen Vorgang,und das ist eines der Merkmale theaterpädagogischer Arbeit.

Matthias Winter, Theaterpädagogik & Gewaltprävention, Hamburg

Frage: Ist Theaterpädagogik mehr Therapie als Kunst?


Wer eine Therapie wünscht, der geht zum Therapeuten und wer Theater (spielen) möchte der geht zum Theater (pädagogen), da gibt es kein Vertun. Zwar sagt man vom Theater-Spielen ganz richtig dass "Ausdruck heilt", das würde ich aber eher unter dem Aspekt des Gesund-Bleibens als dem des Gesund-Werdens verstehen.

Es ist ein Prinzip der Theaterpädagogik, Erfahrungsfelder zu generieren, die es den Teilnehmern erlauben in Begegnung mit sich selbst, Eigenheiten, Stärken, Ansichten, Denkmustern etc. zu kommen. Immer mit dem Ziel des künstlerischen Ausdrucks und der Mitteilung. Dass man dabei etwas lernen und u.U. Impulse und Perspektiven zur Veränderung finden kann, liegt auf der Hand.

Im Gegensatz zur Therapie ist die Fragestellung der Arbeit aber nicht: "Warum bin ich so, ist das gut so, wie kann ich etwas ändern", sondern es geht darum, mit seiner Person einen Ausdruck zu finden, evtl. persönliches in eine Stoffentwicklung einfließen zu lassen und vorhandene Stärken und Eigenheiten in der Darstellung zu nutzen. 
Alles persönliche bekommt so eine Richtung ins allgemein Gültige. Und das ist ja ein Prinzip der Kunst. Dass der Künstler aus seinem Innern schöpft und "was er findet" dann in einer bestimmten (künstlerischen) Form nach Außen transportiert.

Eine Therapie hingegen beinhaltet ja meist den Wunsch nach Veränderung, das aktive Hinsehen auf und Hinterfragen des Ist-Zustandes sowie die Entwicklung von Perspektiven und Verständnismodellen.
Dies kann durch theatrale Methoden angeregt werden und ein Stück weit auch in einem theaterpädagogischen Prozess geschehen, verbleibt aber in der Hand der Teilnehmer.
Wenn sich aus solchen Erfahrungen akuter Beratungsbedarf ergibt, dann sollte immer ein therapeutisch versierter Gesprächspartner aufgesucht werden.
Eine Verbindung beider Elemente findet man in der Theatertherapie.


Matthias Winter, Theaterpädagogik

Über die Ausbildung in Theaterpädagogik

Die Theaterpädagogik ist als eigenständige Disziplin in Fort- & Ausbildungen sowie grundständigen und Aufbaustudiengängen zu erlernen.

*Fortbildungen in Theaterpädagogik

Die meisten Fortbildungen in Theaterpädagogik richten sich an Menschen, die in ihrem ersten Beruf Elemente der Theaterpädagogik und / oder Theaterspiel einsetzen wllen. Klassischerweise sind das Soziale Berufsgruppen, oder Berufe aus der Darstellenden Kunst; vermehrt aber auch Personaltrainer und Ausbilder.


*Ausbildungen in Theaterpädagogik

Ausbildungen in Theaterpädagogik (3-4 Jahre in Vollzeit) gibt es in Deutschland nur sehr vereinzelt. Sie richten sich an vorwiegend junge Menschen, die eine praxisbezogene, theatral - künstlerische Ausbildung einem Studium vorziehen.

*Studiengänge Theaterpädagogik
finden sich als Bachelor- und Masterstudiengänge an Fachhochschulen und Universitäten.

An zahlreichen Pädagogischen Hochschulen (PH) und Unis werden Elemente der Theaterpädagogik im Nebenfach angeboten. Dies kann aber eine umfassende künstlerische Ausbildung nicht ersetzen.

Näheres auch in meinem Ratgeber zur Ausbildung Theaterpädagogik

Matthias Winter, Theaterpädagogik in Hamburg

Fragen kostet nichts

Vor kurzem habe ich mich in ein Forum eingetragen, in dem ich Fragen zum Themenkreis Theaterpädagogik beantworte.

Hier entsteht nun unter der Rubrik "Fragen kostet nichts" ein Backup aller Antworten.

Matthias Winter

Frage: Ab welchem Alter können Kinder mit dem Theaterspielen anfangen?

Das natürliche Spiel der Kinder ist ein Nachspielen von Erlebnissen und Beobachtungen an der (Um-) Welt. Im Theaterspiel findet im Prinzip das Gleiche statt, mit dem Unterschied, dass die Geschehnisse verdichtet und ausgedeutet in einer stilisierten Form auf die Bühne gebracht werden.


Theater mit Kindern bewegt sich vom natürlichen "Nachspielen" hin zum in Form und Inhalt festgelegten "Vorspielen"


M.E. ist es für jüngere Kinder nicht sehr ertragreich, wenn sie Text auswendig aufsagen und Handlungen nach Anweisung des Spielleiters wiedergeben, ohne selbst an deren Findung beteiligt gewesen zu sein.
Insofern würde ich die Frage so beantworten:

Kinder können in jedem Alter nach verabredeten Rahmenbdingungen und durch einen (Theater-) Pädagogen geführt in eine Spielwelt eintauchen. Im Laufe der Zeit lässt sich daraus eine assoziativ zusammenhängende Geschichte finden, die man auch vorspielen kann. Mit zunehmendem Alter können auch mehr Anforderungen an die Kinder gestellt werden, bis hin zur Erarbeitung eines bestehenden Theaterstücks.
Als für jüngere Kinder erfolgreich hat sich die Methode des Jeux dramatiques herausgestellt. Den Kindern bleibt ein großer Freiraum, assoziativ zu Spielen und sie sind nicht durch fertige Formen wie Text, Bühnenbild oder Kostüm eingeschränkt. In welchen konkreten Alter nun was mit den Kindern gamcht werden kann, wird vor allem von den Kindern und dem/der Theaterpädagogen/in abhängig sein. Prinzipiell können alle Kinder darauf vorbereitet werden und davon provitieren, spielend für andere eine Geschichte zu erzählen.

Matthias Winter, Hamburg

11.04.08

Kino Kino - Science Fiction einmal anders...

Wer genug hat von Computeranimation und Alien - Invasionen, aber trotzdem einen Vorgeschmack der kommenden Äonen genießen möchte, der könnte es zur Abwechslung mal mit der Realität versuchen. Und das Beste daran: Sie ist po si tiv!
Kein Krieg & keine Klagen, sondern das Bild einer Zukunft die uns Lust auf mehr macht.

Reinhard Kahl, Journalist und Berufsoptimist stellt einmal mehr eine Reportage vor, die alle, wirklich alle, sehen sollen, die hin und wieder die Stirn runzeln und sich Fragen fragen.

Hier der Ankündigungstext, macht Werbung, Leute!



Der Film Kinder! am 1. Juni in 32 Kinos
Am 1.6.2008 ist der Internationale Kindertag. Wir laden zu Reinhard Kahls neuer Dokumentation Kinder! in die Kinos.

„Eigentlich braucht jedes Kind drei Dinge“, sagt der Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther in Kinder!: „Es braucht Aufgaben, an denen es wachsen kann, es braucht Vorbilder, an denen es sich orientieren kann, und es braucht Gemeinschaften, in denen es sich aufgehoben fühlt.“

Der Film Kinder!

Hauptdarsteller sind Kinder. Ihr Entdeckerdrang und Lerngenie stehen im Mittel­punkt. Man sieht einen „Tierfilm über Menschen.“ Aber anders als andere Tiere brauchen Menschen Kultur. Der Film zeigt die Entfaltung der „kulturellen Intelligenz“ zum Beispiel in der Lernwerkstatt Natur, in Daniel Barenboims Musikkindergarten Berlin oder in der Schweizer Prima­ria, die Kindergarten und Schule integriert.
Eindrucksvolle Bilder liefern überraschende Erkenntnisse über das Lernen in den frühen Jahren.

Den Kindertag am 1. Juni 2008 ...

... nehmen wir als Anlass für BildungsMatinéen in 32 CinemaxX-Kinos in ganz Deutschland. In vielen der Kinos wird der Film von „BildungsBotschaftern“ vorgestellt. Die Veranstaltung soll auch Gelegenheit zum Austausch untereinander bieten.

„Bildungsbotschafter“...

... sind Protagonisten aus dem Film, Pädagogen, Wissenschaftler, Künstler, Unternehmer, Politiker...
Sie werden an vielen der Veranstaltungsorte den Film vorstellen und für Gespräche zur Verfügung stehen.

Cinemaxx-Kinos ...

... in folgenden Städten beteiligen sich an den BildungsMatinéen: Augsburg, Berlin, Bielefeld, Braunschweig, Bremen, Dresden, Essen, Freiburg, Göttingen, Halle, Hamburg, Hannover, Heilbronn, Kiel, Krefeld, Magdeburg, Mülheim, München, Offenbach, Oldenburg, Regensburg, Sindelfingen, Stuttgart, Trier, Wolfsburg, Wuppertal, Würzburg

09.01.08

Realsatire

Repräsentation und Präsentation - eines unserer Trainingsfelder sollten authentisch, sympatisch und unkompliziert stattfinden.

Ein paar potentielle Klienten für das nächste Coaching sehen Sie hier :o)

Ist diese Website ernst gemeint?